Bereits zwölf neue Mitglieder bis Mitte Februar bei der Parkinson Regionalgruppe Kreis Steinfurt, vermeldete Gruppenleiter Reiner Krauße zu Beginn des jüngsten Treffens der Selbsthilfegruppe. Im Mittelpunkt des Treffens stand ein Vortrag von Dr. Michael Ohms, Oberarzt der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie des Herz-Jesus-Krankenhauses Münster-Hiltrup.

Zum Auftakt wie immer Gymnastik ...
Zum Auftakt wie immer Gymnastik …

Im ersten Teil seines Vortrages berichtete er über Wirkweise, Einsatzbereiche und erste Erfahrungen mit dem neuen Parkinson-Medikament Safinamid (Xadago). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kam aufgrund der vom Hersteller eingereichten Unterlagen zu dem Ergebnis, dass bislang ein Zusatznutzen des Medikaments nicht erkennbar sei. Seine persönlichen Erfahrungen, so Dr. Ohms, gingen bisher dahin, dass das Medikament von den sieben Merkmalen eines idealen Parkinsonmedikaments drei erfülle, gute Verträglichkeit, lange Wirkdauer und einfache Dosierung.

Spannend wurde es beim zweiten Teil des Vortrags, „Schlafstörungen, Alpträume, Verkennung und Halluzinationen – Welche Behandlungsmöglichkeiten haben wir?“ Mit dem bekannten Zittern kommen – manchmal – auch Halluzinationen und Schläfrigkeit. Öfter als bislang vermutet leiden Parkinson-Patienten unter diesen Begleitsymptomen, die scheinbar durch Medikamente noch verstärkt werden. US-Neurologen haben nun die eigentlichen Risikofaktoren ausfindig gemacht.

Erste Warnzeichen sind zunehmende Alpträume. Halluzinationen beginnen oft als harmlose Sinnestäuschungen, bei denen der Patient Tiere, Menschen oder Gegenstände sieht, von denen er weiß, dass sie nicht vorhanden sind. Im Weiteren treten dann oft bedrohlich empfundene Szenen oder Gestalten auf. Symptome sind unter anderem aggressive Verhaltensmuster im Rahmen von Traumerlebnissen, vor allem in der zweiten Nachthälfte.

Dr. Ohms beantwortete – abschließend in Vier-Augen-Gesprächen – Fragen des Publikums.
Dr. Ohms beantwortete – abschließend in Vier-Augen-Gesprächen – Fragen des Publikums.

Die Gefahr medikamentös induzierter Psychosen, Trugbilder und Verwirrtheitszustände, ist besonders hoch bei verminderter Flüssigkeitszufuhr, Entzündungen (Grippe, Harnwegsinfekte), bei sehr alten Patienten und bei Patienten mit Hirnleistungsstörungen oder Demenz. Begünstigt werden auftretende Psychosen typischerweise durch außergewöhnliche seelische Belastungen, plötzliche Veränderungen der Lebensbedingungen (z. B. Krankenhausaufenthalt, Verlust von Bezugspersonen), Steigerung oder Umstellung der Medikamente. Bei fehlender Einsicht ist es nicht sinnvoll, zu versuchen, dem Betroffenen seine Halluzinationen „auszureden“. Wichtig ist vielmehr, Ängste durch ruhiges und vertrauensvolles Verhalten zu vermindern. Dr. Ohms ging auf die therapeutischen Möglichkeiten ein, und beantwortete – abschließend in Vier-Augen-Gesprächen – Fragen des Publikums.

Mehr Info: Der Fachbeitrag des Tages in Präsentationsfolien

(NK, 21.02.16)