Finanziell sind die Versicherten etwa zur Hälfte am Gesundheitssystem beteiligt, gefragt sind sie aber nur, so lange sie noch potenzielle Versicherte sind. Danach sind sie Antragsteller, und nicht selten kommen sie sich als Bittsteller vor. Das war der Anlass für die Gründung des Versicherten- und Patientennetzwerks im Kreis Steinfurt, das – auf Kreisebene – erste in der Bundesrepublik. Hervorgegangen ist es aus dem Sozialverband VdK Kreis Steinfurt, der Parkinson Regionalgruppe Kreis Steinfurt und dem Paritätischen im Kreis Steinfurt. Jetzt stellten sich die Akteure beim Steinfurter Landrat Dr. Klaus Effing vor.

Sie sind sicher, gut zusammen zu arbeiten (v. l.): Dorothea Stauvermann, Reiner Krauße, Landrat Dr. Klaus Effing, Norbert Klapper.
Sie sind sicher, gut zusammen zu arbeiten (v. l.): Dorothea Stauvermann, Reiner Krauße, Landrat Dr. Klaus Effing, Norbert Klapper.

Die besondere Problemstellung hinsichtlich der ärztlichen Versorgung in einem Landkreis bedurfte keiner langen Diskussion. Die Netzwerker berichteten sodann aus ihrer Arbeit, die einerseits dadurch gekennzeichnet ist, dass man sich aus personellen Gründen grundsätzlich nicht um einzelne Fälle kümmern kann. Gefordert fühle man sich aber, wenn der Einzelfall ein System erkennen lasse, mit dem man nicht zufrieden sein kann. Und das ist gar nicht selten. So befasse man sich aktuell mit einem Fall, der ganz nach Verschwendung von Versicherungsbeiträgen aussieht. Man mache dabei die Erfahrung, dass die Beteiligten alles andere als auskunftsfreudig sind, mauern beziehungsweise Halbwahrheiten von sich geben. Zu gegebener Zeit werde darüber berichtet. Angesprochen wurde auch die Verfügbarkeit von Kurzzeitpflegeplätzen. Die Netzwerker berichteten, was sie dazu inzwischen angestoßen haben. Landrat Dr. Effing kann sich insoweit eine gewisse Unterstützung seitens der Kreisverwaltung vorstellen. Generell, so Dr. Effing abschließend, werde er der Sozial- und der Gesundheitspolitik sein besonderes Augenmerk widmen. „Wir müssen aufpassen, dass niemand zurückbleibt“, betonte er. Dass das Sozialamt des Kreises in „Amt für Soziales und Pflege“ umbenannt wurde, habe keinesfalls nur Symbolcharakter.

(NK, 04.05.2016)