Wer soll über die medizinische Versorgung eines Menschen entscheiden dürfen, wenn der Betroffene es selbst nicht kann? Die Länder arbeiten an einer neuen Regelung für Ehepartner. Kritik kommt unter anderem vom Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt. Auch ohne schriftliche Vollmacht sollen Eheleute nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit über die medizinische Versorgung ihres Partners entscheiden dürfen.  Auf Initiative Baden-Württembergs hat eine Länderarbeitsgruppe einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet.  Die Regelung solle zwar genau das umsetzen, was die Mehrheit der Bevölkerung – fälschlicherweise – ohnehin denke:   dass Ehepartner in medizinischen Fragen entscheiden dürften.  Ohne Vorsorgevollmacht sei das bisher aber nicht möglich. Die Justizminister sollen bei ihrer Konferenz Anfang Juni über die Initiative beraten.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bezeichnete den Plan als „verfassungsrechtlich hoch bedenklich“.  Dem schließt sich das Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt an. Dorothea Stauvermann:  „Es darf bei medizinischen Fragen keine automatischen Vollmachten geben. Von wem sich jemand vertreten lässt, ist eine höchst persönliche Entscheidung. Im Extremfall werde schließlich über Maßnahmen entschieden, die zum Tode führen können, obwohl der Patient nicht im Sterben liegt.“

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