Dr. Addali, leitender Arzt der Urologie im St. Antonius-Hospital Gronau, erläuterte den anwesenden Mitgliedern des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. anhand einer PowerPoint Präsentation die Arbeitsweise von Operationen per Roboter.

Dr. Addali ging im Anschluss an seinen Vortrag auf individuelle Fragen ein.
Dr. Addali ging im Anschluss an seinen Vortrag auf individuelle Fragen ein.

Bei jeder Operation ist ein Team von Fachleuten erforderlich: für den Platz an der Steuerkonsole, die ähnlich zu handhaben ist wie ein Joystick, an der Arbeitseinheit bei der die Roboterarme am Patienten geführt werden und für die Überwachung am Monitor mit 3-D-Bildern. Die vier Arme des Roboters, die der menschlichen Hand nachempfunden sind, werden durch weniger als 2 cm große Öffnungen an vier feststehenden Punkten in den Körper eingeführt. Mit Werkzeugen, die kleiner sind als ein Fingernagel, wird operiert. Die Schnittführung ist wesentlich genauer und schonender für umliegende Organe und Gefäße als bei einer offenen OP. Somit werden im Nachhinein auftretende negative Auswirkungen wie z.B. mögliche Inkontinenz ausgeschlossen. Der Faden zum Vernähen der Wunde ist extrem dünn und mit bloßen Auge nicht zu sehen. Weitere Vorteile gegenüber von manuell durchgeführten Operationen bietet dieses Verfahren für die Patienten und auch für Chirurgen – der Genesungsprozess geht wesentlich schneller und der Arzt ermüdet nicht so sehr, gerade bei vielstündigen Operationen.

Vor jeder OP erhält jeder Patient ein spezielles Trainingsprogramm um auch dadurch einen besseren Verlauf nach der Operation zu erzielen. Mit dem gesamten OP-Team werden regelmäßig Schulungen durchgeführt, dadurch konnte die Dauer einer OP von 12 auf 9 und weiter auf 6 Stunden reduziert werden, das bedeutet weniger Zeit die der Patient narkotisiert werden muss.

Das St. Antonius Krankenhaus Gronau besitzt mit vier sogenannten da Vinci-Systemen eines der modernsten Zentren Deutschlands für roboterassistierte Chirurgie und das größte in Europa. Ein Roboter steht allein zu Trainingszwecken zur Verfügung. Es arbeiten acht robotische Chirurgen im Hause, das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt in so einer Anzahl. Die Herkunft der Patienten ist international, unter anderem aus Russland und China.

Aussage einer Teilnehmerin, die im vergangenen Jahr vor Dr. Addali operiert wurde: „Ich habe mich sehr schnell nach der Operation erholt, die Aussagen kann ich nur bestätigen“. (MH)

→ Dr. Addali: „Roboterassistierte Chirurgie – Eine neue Ära“
(Powerpointpräsentation, 35 Seiten, PDF, 5.11 MB)