Der Besuch von Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege, bei der Parkinson Regionalgruppe Kreis Steinfurt tat gut. Da waren sich die über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch vom VdK Ortsverband Burgsteinfurt, die sich trotz zum Teil gesundheitlicher Einschränkung bei der Hitze auf den Weg zum Gasthaus Meis-Gratz gemacht hatten, einig. Zu Beginn sprach Steinfurts erster stellvertretender Bürgermeister Hans Günter Hahn (CDU). In seinem Grußwort dankte er namens der Stadt allen, die sich in der Regionalgruppe ehrenamtlich engagieren und auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus wichtige Impulse auf diesem Gebiet setzen.

Das Leitungsteam der Regionalgruppe mit seinen Gästen (v. l.): Volkmar Heinen-Breimhorst, Dorothea Stauvermann, Margret Hartwig, Norbert Klapper, Reiner Krauße, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Margret Krauße, Hagen Libeau, Bürgermeiststellvertreter Hans Günter Hahn.
Das Leitungsteam der Regionalgruppe mit seinen Gästen (v. l.): Volkmar Heinen-Breimhorst, Dorothea Stauvermann, Margret Hartwig, Norbert Klapper, Reiner Krauße, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Margret Krauße, Hagen Libeau, Bürgermeiststellvertreter Hans Günter Hahn.

Karl-Josef Laumann ging zunächst auf die aktuellen Neuregelungen im Bereich Pflege ein, die zum Teil schon gelten, zum anderen Teil erst ab 1. Januar 2017. Wichtig bei der ersten Reform des Pflegegesetzes seit seinem Inkrafttreten 1995 sei gewesen, dass Pflegebedürftigkeit nun nicht mehr nur im Falle körperlicher Beeinträchtigungen gegeben sein kann, sondern zum Beispiel auch in Fällen von Demenz. Ein ihm auch persönlich wichtiges Anliegen sei erreicht, indem künftig die finanzielle Belastung der Angehörigen pflegebedürftiger Menschen im Falle einer höheren Pflegestufe, künftig Pflegegrade, nicht mehr steige. Der Staatsekretär im Bundesgesundheitsministerium ging auch auf die Lebenssituation pflegebedürftiger Menschen und deren Angehöriger, soweit noch vorhanden, ein. Das tat er mit großer Empathie. „Ambulant vor stationär“, da sei er hier und da ganz anderer Meinung. Es gebe Fälle, in denen sind pflegebedürftige Menschen stationär besser versorgt und betreut, als das zu Hause leistbar ist. Das habe dann mit Abschieben nichts zu tun. Ein Problem zeichne sich bei der Gewinnung von weiteren Pflegkräften ab. Jährlich werden von ihnen drei Prozent mehr benötigt. Leider gibt es Arbeitgeber, die von einer professionellen Arbeitsplatzgestaltung noch weit entfernt sind. Denen kehren die Pflegekräfte – soweit sich ihnen Alternativen bieten – den Rücken, manche verlassen frustriert die Pflege gänzlich. Solche Einrichtungen verschwinden schließlich von der Bildfläche. Ausgiebig Gebrauch machten die Anwesenden von der Möglichkeit, Karl-Josef Laumann Probleme aus ihrer Sicht zu schildern. Nicht immer gab es erschöpfende Antworten, aber die Zusage, der Sache werde nachgegangen. Und wer ihn kennt, weiß, dass Karl-Josef Laumann so etwas nicht mal eben so sagt. (NK)