Keine Zwei-Klassen-Medizin?

Keinen Streit um Worte, Herr Spahn!

Die Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, es gäbe in Deutschland keine Zwei-Klassen-Medizin, hinterfragt das Versicherten- und Patientennetzwerk im Kreis Steinfurt. Eine Bemerkung, die landesweit eine Nachricht wert ist, z.B. hier ein Artikel auf moz.de für Brandenburg. Es geht eigentlich um unser Gesundheitswesen als ein aus zwei Systemen bestehendes. Allerdings kann überhaupt kein Zweifel daran bestehen, dass dabei die gesetzlich versicherten Menschen teilweise krass benachteiligt werden, und zwar keineswegs bei Nebensächlichkeiten.

Es kommt nicht nur darauf an, welche Behandlung man erhält, sondern auch wann. Überwiegend bekommt man nämlich bei der Frage nach einem Arzttermin zunächst die Frage gestellt, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Privat Versicherte erhalten deutlich schneller einen Termin als gesetzlich Versicherte. Norbert Klapper: „Erst jüngst erhielt ein 81-jähriger Parkinson-Patient einen Termin in zehn Monaten.“ Bis dahin ist anzunehmen, sind Gehirnzellen unwiederbringlich zerstört. Die Regel ist auch, dass zum Beispiel Krankengymnastik im dritten Monat eines Quartals unter Hinweis auf die drohende Budgetüberschreitung nicht verordnet werde. Budget? So etwas bekommen nur gesetzlich Versicherte zu hören. Das allerdings ist nicht der Ärzteschaft vorzuwerfen, sondern dem Gemeinsamen Bundesausschuss und letztlich der Politik, die für diese Ungleichbehandlung verantwortlich ist. Die Liste weiterer Bespiele könne beliebig fortgesetzt werden…

http://www.versicherten-und-patientennetzwerk.de/patientennetzwerk-widerspricht-jens-spahn/

2018-06-11T17:48:46+00:00 6. April, 2018|Aktuelles, Im Brennpunkt|