Unser Antrieb: Betroffene aus dem Schneckenhaus holen.

„Parkinson hat 1000 Gesichter“, überschrieb Reiner Krauße, Vorsitzender des Parkinson-Forums Kreis Steinfurt e. V., einen seiner Vorträge in der Region. Seit nunmehr 20 Jahren ist der selbst erkrankte Krauße unermüdlich unterwegs, informiert interessierte Gruppen wie Mitglieder von VdK-Ortsverbänden über Ausprägungen sowie Verläufe der Krankheit und berät Betroffene individuell.

Fast immer erreichbar: Reiner Krauße im privaten Büro berät und netzwerkt ehrenamtlich.

„Alles begann im Jahr 2000. Meine Frau Margret und ich gründeten damals, auch auf Wunsch des Burgsteinfurter Apothekers Olaf Rose, die Parkinson-Regionalgruppe Kreis Steinfurt“, so Krauße. Sehr früh kam Dorothea Stauvermann, Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Burgsteinfurt und heute Kraußes Stellvertreterin im Forum, hinzu und verstärkte das Leitungsteam. „Wir beraten also von Anfang an Parkinson-Patienten im häuslichen Umfeld.“

Daneben macht der längst auch in Fachkreisen bekannte und als kompetenter Gesprächspartner anerkannte Steinfurter mit seinen Kollegen im Vorstand Angebote wie Vorträge von Medizinern. „In den Anfangsjahren war der Druck dermaßen groß, dass wir die Veranstaltungen sogar im 14-tägigen Rhythmus organisierten“, erinnert er sich. Schon zu Beginn war die Parkinson-Regionalgruppe weit über die Kreisgrenzen hinaus tätig. Zählte diese Selbsthilfegruppe allein im ersten Jahr bereits mehr als 70 Mitglieder, so waren es später in der Spitze über 440.

Gründungsmitglieder, coronabedingt in kleiner Runde: Dorothea Stauvermann, Reiner und Margret Krauße

Eine Zäsur stellte vor drei Jahren die Gründung des Parkinson-Forums Kreis Steinfurt e. V. dar. Mit ihr wechselten die Mitglieder sozusagen in die Selbstständigkeit als Verein. „Die Leistungsangebote sind unabhängig davon dieselben geblieben.“ Intensiviert hat sich allerdings die Nachfrage nach Vorträgen über Parkinson sowohl vor Betroffenen als auch vor Medizinern. Ziel ist es durchweg, die Öffentlichkeit über diese Krankheit aufzuklären. Im Laufe der Jahre vernetzte der agile Vorsitzende sich und das Forum immer stärker und effizienter. Davon profitierten zahlreiche Patienten und Angehörige. „So ist es uns gelungen, die Lebensqualität von Betroffenen wie die der Angehörigen zu verbessern. Denn mit Fortschreiten der Krankheit ziehen sich die Patienten immer mehr in ihr Schneckenhaus zurück. Aus dieser Isolation versuchen wir sie heraus zu bekommen und ihnen selbstbewusstes Auftreten und Leben trotz der Erkrankung zu ermöglichen.“

Die Corona-Pandemie beeinflusst derzeit wesentlich die Kontakte innerhalb des Vereins. Die sonst monatlich im Landgasthof Teepe in Burgsteinfurt mit meist knapp 100 Gästen gut besuchten Treffen müssen derzeit entfallen. Das Vorstandsteam stimmt notwendige Maßnahmen telefonisch, per E-Mail oder WhatsApp ab. Ungeachtet dessen sind die Ansprechpartner des Forums zu erreichen. Neben Reiner Krauße (Tel. 02551-834173, reiner.krausse@parkinson-steinfurt.de ) und Dorothea Stauvermann sind dies Hagen Libeau sowie für den Parkinson-Stammtisch Angelika Relt.

Text + Fotos: Rainer Schwarz