Fachbeiträge2018-01-05T15:15:50+00:00

Fachbeiträge

Dr. Schäfer: Schlaf und Parkinson

Dr. med. Dietmar Schäfer, Chefarzt der Fachklinik für Neurologie und Ärztlicher Direktor der HELIOS-Rehaklinik Bad Berleburg, referierte beim Gruppentreffen am 14.11.2018 in seinem Vortrag zum Thema „Schlaf und Parkinson – eine komplizierte Geschichte!“ zunächst über Grundsätzliches zum Schlaf. Bei der Parkinsonkrankheit ist in den letzten Jahren besonders der Traumschlaf – oder wissenschaftlicher „REM-Schlaf“ (für rapid eye movement sleep – „Schlaf der raschen Augenbewegungen“) in das Interesse der Schlafspezialisten und Neurologen gerückt. Hier treten oftmals Jahrzehnte vor den typischen Bewegungsstörungen des Parkinsonsyndroms Auffälligkeiten auf. In über 90% der Fälle wird aus so einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung im Erwachsenenalter, die durch heftige Bewegungen und Rufen im Traumschlaf gekennzeichnet ist, nach bis zu 25 Jahren eine Parkinsonkrankheit.

→ Dr. Schäfer: Schlaf und Parkinson
(Powerpointpräsentation, 59 Seiten, PDF, 6 MB)

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Prof. Dr. Warnecke: Parkinson – Aktuelle Entwicklung in Diagnostik und Therapie

Prof. Dr. med. Tobias Warnecke, Oberarzt, Facharzt für Neurologie am UKM referierte beim Gruppentreffe Oktober 2018 zu dem Thema „Parkinson – Aktuelle Entwicklung in Diagnostik und Therapie“. Er hat beim kürzlich stattgefundenen internationalen Parkinson-Kongress in Hongkong viel Neues erfahren und gab Informationen hieraus an die Teilnehmer weiter. Ein wichtiger Punkt u.a. waren die geänderten Diagnosekriterien, bei denen genetische Faktoren und andere frühen Symptome neu bewertet werden, so dass eine höhere diagnostische Genauigkeit im direkten Vergleich mit den alten Kriterien zu Stande kommt. Eine Riechstörung zählt zu den unterstützenden frühen Anzeichen für diese Krankheit. Ein neues Diagnose-Verfahren ist möglicherweise in Zukunft die Hautbiopsie.

Sehr erfolgreich ist eine gezielte Physiotherapie, durch die möglicherweise Medikamente sparsamer eingesetzt werden können. Wichtig sind hier große Bewegungen, dadurch wird z.B. nachweislich das Schrift- und Gangbild des Patienten deutlich besser. Auch sind einige neue Medikamente in nächster Zeit zu erwarten. Bei bestimmten Patienten ist es sinnvoll, die Tiefe Hirnstimulation durchzuführen, die dann zu einer besseren Lebensqualität führen kann.

→ Prof. Dr. Warnecke: Parkinson – Aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie
(Powerpointpräsentation, 40 Seiten, PDF, 6 MB)

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Barbara Schubert: In Bewegung bleiben

Barbara Schubert, Dipl. Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin, Physiotherapeutin und Lernberaterin, sprach zu den Mitgliedern des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. zu dem Thema „In Bewegung bleiben“. Bei Parkinson-Erkrankten treten häufig Zittern, Bewegungseinschränkungen, erhöhte Muskelspannung oder/und Gleichgewichtsstörungen auf. Sogenannte „Blockaden“ können von wenigen Sekunden bis zu Stunden dauern. Da sind körperliche Aktivitäten wie große Bewegungen und Aufrichten des Körpers sehr wichtig.

Sie stellte viele kleine Tricks, sogenannte sichtbare, hörbare und spürbare Cues vor, wie z.B. an einer Türschwelle nicht stehen zu bleiben und auf der Stelle weiter zu laufen während der Patient die nach innen aufgehende Tür öffnet, oder auch die Schwelle mit einem farbigen Band zu markieren. Gehen im Takt, sprechen oder singen während des Gehens oder auch vor dem Start sich ein Kommando geben wie „linker/rechter Fuß vor“ oder bis drei zählen. Sich selbst einen „Klaps“ geben oder vom Sitzen zum Aufstehen mit dem Oberkörper vor- und zurückwippen.

Für den Ernstfall gab sie Tipps: ruhig bleiben, überlegen, welchen Trick der Betroffene anwenden möchte, den Trick einsetzen oder ggf. eine Hilfsperson einsetzen wenn es nötig ist. Wer viel Übung hat, kann sich die Reize gedanklich vorstellen, ohne Hilfsmittel und Hilfspersonen.

→ Barbara Schubert: In Bewegung bleiben
(Powerpointpräsentation, 14 Seiten, PDF, 1 MB)

→ Info-Artikel zu Gehhilfen (PDF)

→ Merkblatt: Bewegung bei Parkinson (PDF)

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Prof. Dr. med. Arndt van Ophoven: Blasenprobleme bei Morbus Parkinson

Zum Thema „Blasenprobleme bei Morbus Parkinson“ führte Prof. Dr. med. Arndt van Ophoven aus, die Kontrolle der Blase werde oft als erstes verloren. Harnwegsinfekte können verschiedene Ursachen haben wie z.B. eine gestörte Blasenentleerung, Östrogenmangel, Diabetes mellitus oder fehlerhafte Intimhygiene. Diese Infekte treten häufig auf. Therapieformen sind u.a. Ansäuerung des Urins, eine Impfung, ausreichend trinken oder auch Kälte und Nässe meiden. Auch eine Blasendruckmessung kann helfen, die Blase zu trainieren. Auf die Dauer sind die Nieren gefährdet wenn die Blasenentleerung gestört ist. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung durch Medikamente, die aber unerwünschte Nebenwirkungen haben können.

→ Prof. van Ophoven: Blasenstörungen bei Morbus Parkinson
(Powerpointpräsentation, 21 Seiten, PDF, 2.6 MB)

Dipl. Psych. Jeannette Overbeck: Partnerschaftsprobleme

Zum Thema „Partnerschaftsprobleme bei Morbus Parkinson“ führte Dipl. Psych. Jeannette Overbeck aus, zu den Grundlagen einer funktionierenden Beziehung gehören gegenseitige Anerkennung, Verlässlichkeit, Solidarität und das Respektieren von persönlichen Grenzen. Durch die Krankheit verändert sich in der Paarbeziehung manches, u.a. die jeweiligen Rollen, die Sexualität/Intimität, Wahrnehmung von Hobbys und Sozialaktivitäten, finanzielle Belastungen. Nicht selten entsteht Unsicherheit bezüglich der Beziehung an sich. Manches ist durch Nebenwirkungen von Medikamenten hervorgerufen. Schlafstörungen des einen wirken sich auch auf den anderen Partner aus. Paare sollten sich Hilfe holen bei Psychologen, Urologen oder auch bei Selbsthilfegruppen. Bei langer und stabiler Partnerschaft kann die Krankheit aber auch zusammenschweißen.

→ Dipl.-Psych. Jeannette Overbeck: Partnerschaftsprobleme bei Morbus Parkinson
(Powerpointpräsentation, 46 Seiten, PDF, 0.9 MB)

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Dr. Gilles: Parkinson-Komplexbehandlung

Dr. med. Jürgen Gilles  sprach zu „Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson nach einem modernen Konzept“. Manchmal sind zunächst erneute Untersuchungen nötig, um die Diagnose „Morbus Parkinson“ abzusichern. Sodann wird ein Behandlungsplan aufgestellt. Ein Behandlungsteam am St.-Marien-Hospital besteht aus Therapeuten für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Dr. Gilles erläuterte, wie der Dopamintransport im Körper funktioniert. Ein Apotheker führt einen Medikamenten-Checkup durch, um Wechselwirkungen zu beachten. Der Patient füllt einen Fragebogen zu Tagesmüdigkeit und nicht erwünschte Begleiterscheinungen aus.

→ Dr. Gilles: Parkinson-Komplexbehandlung
(Powerpointpräsentation, 23 Seiten, PDF, 2 MB)

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