Fachbeiträge 2018-01-05T15:15:50+00:00

Fachbeiträge

Barbara Schubert: In Bewegung bleiben

Barbara Schubert, Dipl. Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin, Physiotherapeutin und Lernberaterin, sprach zu den Mitgliedern des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. zu dem Thema „In Bewegung bleiben“. Bei Parkinson-Erkrankten treten häufig Zittern, Bewegungseinschränkungen, erhöhte Muskelspannung oder/und Gleichgewichtsstörungen auf. Sogenannte „Blockaden“ können von wenigen Sekunden bis zu Stunden dauern. Da sind körperliche Aktivitäten wie große Bewegungen und Aufrichten des Körpers sehr wichtig.

Sie stellte viele kleine Tricks, sogenannte sichtbare, hörbare und spürbare Cues vor, wie z.B. an einer Türschwelle nicht stehen zu bleiben und auf der Stelle weiter zu laufen während der Patient die nach innen aufgehende Tür öffnet, oder auch die Schwelle mit einem farbigen Band zu markieren. Gehen im Takt, sprechen oder singen während des Gehens oder auch vor dem Start sich ein Kommando geben wie „linker/rechter Fuß vor“ oder bis drei zählen. Sich selbst einen „Klaps“ geben oder vom Sitzen zum Aufstehen mit dem Oberkörper vor- und zurückwippen.

Für den Ernstfall gab sie Tipps: ruhig bleiben, überlegen, welchen Trick der Betroffene anwenden möchte, den Trick einsetzen oder ggf. eine Hilfsperson einsetzen wenn es nötig ist. Wer viel Übung hat, kann sich die Reize gedanklich vorstellen, ohne Hilfsmittel und Hilfspersonen.

→ Barbara Schubert: In Bewegung bleiben
(Powerpointpräsentation, 14 Seiten, PDF, 1 MB)

→ Info-Artikel zu Gehhilfen (PDF)

→ Merkblatt: Bewegung bei Parkinson (PDF)

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Prof. Dr. med. Arndt van Ophoven: Blasenprobleme bei Morbus Parkinson

Zum Thema „Blasenprobleme bei Morbus Parkinson“ führte Prof. Dr. med. Arndt van Ophoven aus, die Kontrolle der Blase werde oft als erstes verloren. Harnwegsinfekte können verschiedene Ursachen haben wie z.B. eine gestörte Blasenentleerung, Östrogenmangel, Diabetes mellitus oder fehlerhafte Intimhygiene. Diese Infekte treten häufig auf. Therapieformen sind u.a. Ansäuerung des Urins, eine Impfung, ausreichend trinken oder auch Kälte und Nässe meiden. Auch eine Blasendruckmessung kann helfen, die Blase zu trainieren. Auf die Dauer sind die Nieren gefährdet wenn die Blasenentleerung gestört ist. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung durch Medikamente, die aber unerwünschte Nebenwirkungen haben können.

→ Prof. van Ophoven: Blasenstörungen bei Morbus Parkinson
(Powerpointpräsentation, 21 Seiten, PDF, 2.6 MB)

Dipl. Psych. Jeannette Overbeck: Partnerschaftsprobleme

Zum Thema „Partnerschaftsprobleme bei Morbus Parkinson“ führte Dipl. Psych. Jeannette Overbeck aus, zu den Grundlagen einer funktionierenden Beziehung gehören gegenseitige Anerkennung, Verlässlichkeit, Solidarität und das Respektieren von persönlichen Grenzen. Durch die Krankheit verändert sich in der Paarbeziehung manches, u.a. die jeweiligen Rollen, die Sexualität/Intimität, Wahrnehmung von Hobbys und Sozialaktivitäten, finanzielle Belastungen. Nicht selten entsteht Unsicherheit bezüglich der Beziehung an sich. Manches ist durch Nebenwirkungen von Medikamenten hervorgerufen. Schlafstörungen des einen wirken sich auch auf den anderen Partner aus. Paare sollten sich Hilfe holen bei Psychologen, Urologen oder auch bei Selbsthilfegruppen. Bei langer und stabiler Partnerschaft kann die Krankheit aber auch zusammenschweißen.

→ Dipl.-Psych. Jeannette Overbeck: Partnerschaftsprobleme bei Morbus Parkinson
(Powerpointpräsentation, 46 Seiten, PDF, 0.9 MB)

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Dr. Gilles: Parkinson-Komplexbehandlung

Dr. med. Jürgen Gilles  sprach zu „Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson nach einem modernen Konzept“. Manchmal sind zunächst erneute Untersuchungen nötig, um die Diagnose „Morbus Parkinson“ abzusichern. Sodann wird ein Behandlungsplan aufgestellt. Ein Behandlungsteam am St.-Marien-Hospital besteht aus Therapeuten für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Dr. Gilles erläuterte, wie der Dopamintransport im Körper funktioniert. Ein Apotheker führt einen Medikamenten-Checkup durch, um Wechselwirkungen zu beachten. Der Patient füllt einen Fragebogen zu Tagesmüdigkeit und nicht erwünschte Begleiterscheinungen aus.

→ Dr. Gilles: Parkinson-Komplexbehandlung
(Powerpointpräsentation, 23 Seiten, PDF, 2 MB)

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Dr. Ritter: Geeignete Sportarten für Menschen mit Morbus Parkinson

PD Dr. med. Martin Ritter, Facharzt für Neurologie, sprach zu den Mitgliedern des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. über „Geeignete Sportarten für Menschen mit Morbus Parkinson aus Sicht der evidenzbasierten Medizin“. Sport ist Bewegung mit bestimmten Zielen und Regeln, er wird mit anderen Menschen betrieben, er soll Spaß machen und dient der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Sport dient zur Kreislaufstabilisierung, der Förderung sozialer Kontakte, der Vermeidung von Herzinfarkt und Schlaganfall, Alzheimer Demenz und Modifikation eines Diabetes Mellitus, gibt eine Tagesstruktur und Selbstwertgefühl.

In 10-jähriger Studie wurde belegt, dass das Risiko einer Parkinson-Erkrankung bei Personen, die regelmäßig Sport mit mittlerer bzw. hoher Intensität betrieben hatten , um 40 % sank. Je nach Krankheits-Stadium sind das z.B. Laufbandtherapie, Nordic Walking, Ergometer-Training und Radfahren. Nach Aussage der Studie ist Tanzen, speziell Argentinischer Tango, am effektivsten.

PD Dr. med. Martin Ritter: Parkinson und Sport
(Powerpointpräsentation, 39 Seiten, PDF, 2.1 MB)

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Dr. Aufenberg: Parkinson und Schmerz

Ein chronischer Schmerz hat seine Warnfunktion vollständig verloren und wird zur eigenständigen Erkrankung. Das zentrale Nervensystem „lernt“ Schmerzen zu haben und das Schmerzgedächtnis bildet sich aus. Chronische Schmerzen können bis zu mehreren Jahren andauern. Um entsprechende Behandlungsmöglichkeiten zu finden ist es für den Arzt wichtig zu wissen, wann der Schmerz auftritt, wie lange und wo er auftritt, wie er sich anfühlt und wie lange es ihn bereits gibt. 50 bis 60 Prozent der Parkinson-Patienten geben an, unter Schmerzen zu leiden. Ganz wichtig sind Physiotherapie und viel Bewegung, auch wenn es schwer fällt, das beugt Verschlimmerungen vor. Um herauszufinden wodurch die Schmerzen ausgelöst werden, ist es hilfreich ein Bewegungsprotokoll und ein Schmerztagebuch zu führen. Betroffene Patienten können in der neu aufgebauten Schmerzstation des Herz-Jesu-Krankenhauses Hilfe erfahren.

Dr. Aufenberg: Parkinson und Schmerz
(Powerpointpräsentation, 33 Seiten, PDF, 783 kB)

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