Der Vortrag von Prof. Dr. Greulich stieß auf großes Interesse: Wir haben den Saal Ludwigshauses in Burgsteinfurt genutzt, damit auch Mitglieder des  Parkinson Forum Unna e.V. teilnehmen konnten. Seit den Anfängen der Parkinson-Selbsthilfe in Steinfurt vor 19 Jahren ist Prof. Dr. Greulich als Referent und Förderer der Gruppe verbunden. Mehr als 180 Mitglieder des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. und des Parkinson Forum Unna e.V. mit Marianne Ihne – als Vertretung für Dr. Hans Wille – hatten sich eingefunden, um den Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen der medikamentösen Parkinson-Therapie“  zu hören.

Prof. Greulich referiert zu medikamentöser Parkinsontherapie.
Prof. Dr. Greulich referiert zu medikamentöser Parkinsontherapie.
Ein voller Saal.
Ein voller Saal.
Ein rege Publikumsbeteiligung.
Ein rege Publikumsbeteiligung.
Zahlreiche Nachfragen
Zahlreiche Nachfragen an Prof. Dr. Greulich.
Dank an alle Beteiligten für ein gelungenes Treffen.
Dank an alle Beteiligten für ein gelungenes Treffen.
Dank an Sponsorin und Fördermitglied Margret Essmann und Prof. Greulich.
Dank an Marianne Ihne und Prof. Dr. Greulich.

Als Gäste der Veranstaltung wurden von Reiner Krauße Eveline Gerdes, Vorsitzende des VdK Ortsverbandes Emsdetten, Ernst-Wilhelm Minneker, VdK Ladbergen, Alfons Unruhe,  VdK Ortsverband Hopsten und die stellvertretende Rotkreuzleiterin Burgsteinfurt, Simone Heinike, begrüßt.

Prof. Dr. Wolfgang Greulich, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie und Ärztlicher Direktor i.R. der HELIOS Klinik Hagen-Ambrock, berichtete zu Beginn seines Vortrags darüber, dass 1961 mit der L-Dopa Therapie bei Patienten, die sich aus dem Liegen nicht aufrichten, aus dem Sitzen nicht aufstehen und vom Stehen nicht zum Gehen starten konnten, begonnen wurde und diese Bewegungen dadurch wieder möglich wurden.

Da die Krankheit jedoch mit den Jahren fortschreitet und durch die Erhöhung der Medikamente Nebenwirkungen, wie motorische Störungen und Gleichgewichtsstörungen mit Sturzgefahr sowie Halluzinationen auftreten können, müssen Neueinstellungen der Medikamente beim Patienten vorgenommen werden. Wie Prof. Greulich erläuterte, können weiterhin auch im späteren Verlauf der Krankheit noch Psychosen oder Demenz dazu kommen. Bei der Therapie mit Dopaminagonisten kann es, besonders bei jüngeren Patienten, zu einer Impulskontroll-Störung, wie Spielsucht, Kaufrausch, Essattacken oder gesteigertem Sexualantrieb kommen. Durch die Veränderung der Medikation können diese Störungen behandelt werden, wobei Prof. Greulich aber auch wiederholt auf die Grenzen der medikamentösen Behandlung hinwies.

Um die Lebensqualität der Patienten in On-Off-Phasen zu erhöhen, ist eine gleichmäßige Zuführung der Medikamente durch die Duodopa-Pumpe hilfreich. Bei einigen Parkinsonbetroffenen tritt auch eine Störung der Körperhaltung mit einer ausgeprägten abnormen Vorwärtsneigung des Rumpfes, die sogenannte Camptocormie, auf, die mit spezieller Physiotherapie, therapeutischen Hilfsmitteln oder durch eine Operation verbessert werden kann.

Aufmerksam und höchst konzentriert folgten die Anwesenden dem Vortrag von Prof. Dr. Greulich und lobten besonders seine für Laien verständlichen Erläuterungen. Aus den Reihen der Patienten und Angehörigen kamen viele Fragen, die von dem Referenten ausführlich beantwortet wurden.

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankten sich Reiner Krauße und Marianne Ihne im Namen der Teilnehmer bei Prof. Dr. Greulich mit einem Präsent für den informativen Vortrag.

Reiner Krauße hob hervor, dass die Veranstaltung in dieser Größe nur mit Hilfe von Sponsoren möglich war. Er bedankte sich bei dem Ehepaar Josef und Regina Schirmer, die den Saal kostengünstig zur Verfügung stellten sowie bei ihrem Fördermitglied Margret Essmann, Unternehmensgruppe Essmann’s Backstube, deren freundliches Service-Team die Teilnehmer mit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken kostenfrei bewirtete. Ebenso bedankte er sich bei der IKK classic, die die Veranstaltung im Rahmen der Projektförderung unterstützte.

(Fotos: Rainer Schwarz)

Mehr Information:

→ Prof. Dr. Greulich: Möglichkeiten und Grenzen der medikamentösen Parkinson-Therapie
(Powerpointpräsentation, 46 Seiten, PDF, 3.2 MB)