Mehr als 70 Mitglieder des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. waren der Einladung von Dr. med. Wolfgang Kusch, Chefarzt der Neurologie am Herz-Jesu-Krankenhaus Münster-Hiltrup, zum 7. Hiltruper Parkinson-Tag in der Stadthalle Hiltrup gefolgt und machten sich mit Bus und PKW auf den Weg. Erstmals begleiteten Simone Heinike und Raphael Bertram vom Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Burgsteinfurt unsere Mitglieder.

Dr. Kusch begrüßt in der Stadthalle Hiltrup.
Dr. Kusch begrüßt in der Stadhalle Hiltrup.

Nach der Begrüßung der insgesamt über 330 Teilnehmer durch Dr. Kusch stellte Dr. rer. medic. Hubertus Lohmann stellte das Parkinsonnetzwerk Münsterland+ vor. Hierin sind u.a. Ärzte, Therapeuten, Pharmazeuten und KIiniken vernetzt um sich über Krankheiten auszutauschen, Fortbildungen zu nutzen und so zum Wohle der Patienten handeln zu können. Mehr: Parkinsonnetz.UKMuenster.de

Dr. Ohms beleuchtet schwerwiegende Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten.
Dr. Ohms beleuchtet schwerwiegende Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten.

Zum Thema „Impulskontrollstörungen und andere schwerwiegende Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten“ referierte Dr. med. Michael Ohms, Leitender Oberarzt der Neurologie. Am häufigsten treten Impulskontrollstörungen auf, gefolgt von Tagesmüdigkeit., Halluzinationen, Übelkeit sowie weitere Beschwernisse wie Angst oder Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Dem wirken eine Reduzierung der Dopaminagonisten entgegen bei gleichzeitiger Erhöhung anderer Medikamente. Auch können sich psychische Störungen entwickeln, die Partnerschaften in Gefahr bringen oder gar den Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge haben können.

Dr. Lehrke referiert zur Tiefen Hirnstimulation.
Dr. Lehrke referiert zur Tiefen Hirnstimulation.

Dr. med. Ralph Lehrke, Chefarzt taktischen Neurochirurgie an der St. Barbara-Klinik Hamm Heesen, erläuterte das Thema „Tiefe Hirnstimulation – Für welche Patienten kommt sie in Betracht?“. Die Patienten sollten seit 4 bis 5 Jahren an Parkinson erkrankt sein wobei es nach „oben“ keine feste Grenze gibt. An erster Stelle ist der Tremor zu nennen.

Bei sehr vielen Patienten hört das Zittern auf bzw. wird deutlich eingeschränkt. Sie haben mehr Lebensqualität und können wieder aktiv am Leben teilnehmen. Ein weiterer Effekt ist, dass die Medikamente reduziert werden können und somit auch Nebenwirkungen weitestgehend entfallen, der Patient wird neu eingestellt. Zur Steuerung der Elektroden sind derzeit Geräte von drei Herstellern auf dem Markt.

Nadine Altfeld, Dipl. Musiktherapeutin, brachte die Auswirkungen von Musik nahe.
Nadine Altfeld, Dipl. Musiktherapeutin, brachte die Auswirkungen von Musik nahe.

„Musiktherapie und Tanzen – Hilfe für Parkinson-Patienten oder Hype?“. Nadine Altfeld, Dipl. Musiktherapeutin und neurologische Musiktherapeutin am Herz-Jesu-Krankenhaus Münster-Hiltrup, brachte die Auswirkungen von Musik nahe: Musik bewegt – Motorik, Sprache, Kognition und Emotionen werden positiv beeinflusst. Als Beispiel stellte sie in kurzen Videos u.a. eine Patientin vor, die durch Tanzen in einer Gruppe wieder blockadefrei durch den Saal gehen konnte, was ihr vor dieser Stunde nicht möglich war. Bei einer anderen Patientin wurde das Gehen mit Musikbegleitung deutlich besser. Auch die Beweglichkeit im Allgemeinen und die Feinmotorik sowie die Aufmerksamkeit und die Stimmung verändern sich positiv.

Alle Referenten beantworteten die Fragen der Zuhörer ausführlich und standen zum Schluss der Veranstaltung auch für Vier-Augen-Gespräche zur Verfügung. Den Organisatoren gehört ein „herzliches Dankeschön“ für die gelungene und sehr informative Veranstaltung.

Fotos: Rainer Schwarz