Neue Erkenntnis: „Tiefe Hirnstimulation“ bei Parkinson möglichst früh

Pablo Pérez-González, Chefarzt der Neurologie an den Christophorus-Kliniken in Dülmen, stellte beim jüngsten Treffen des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. die Therapie einer an Parkinson Erkrankten Person mit der „Tiefen Hirnstimulation“ vor. Nicht für jeden Erkrankten ist diese Operation geeignet. Das wird durch eingehende Untersuchungen vor der Maßnahme herausgefunden. Dem Patienten werden je eine Elektrode in beide Gehirnhälften eingesetzt, die über Kabel mittels eines Stimulators aktiviert werden. Ziel ist eine bessere Lebensqualität – das typische Zittern und Bewegungsstörungen sollen verringert werden oder verschwinden und Medikamente können reduziert werden. Die Einstellung der Reizparameter kann bei neuen Geräten individuell verändert werden, bei älteren ist das nicht möglich.

Die Referenten Dr. Pérez-González, Dipl.-Psychologin Jeannette Overbeck und Dr. Ralph Lehrke locker vor dem Beginn...
Die Referenten Dr. Pérez-González, Dipl.-Psychologin Jeannette Overbeck und Dr. Ralph Lehrke locker vor dem Beginn…

Dr. med. Ralph Lehrke, Chefarzt der Stereotaktischen Neurochirurgie an den St.-Barbara-Kliniken in Hamm-Heesen, ergänzte, diese OP solle im Gegensatz zu der noch vor wenigen Jahren vorherrschenden Meinung bei dafür geeigneten Patienten möglichst früh erfolgen, ca. fünf bis sieben Jahre nach Feststellung der Erkrankung um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern. Die OP wird von einem Narkose-Team und Physiotherapeuten überwacht. Anhand von Röntgenbildern wird die exakte Platzierung der Elektroden am PC ermittelt. Die Physiotherapeuten testen während der OP die Beweglichkeit des Patienten und können so Veränderungen feststellen. Beide Ärzte gingen ausführlich auf Fragen der Zuhörer ein.

Die Referate beim jüngsten Treffen des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. stießen wiederum auf großes Interesse.
Die Referate beim jüngsten Treffen des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. stießen wiederum auf großes Interesse.

Dipl.-Psychologin Jeannette Overbeck, Klinische Neuropsychologin an den Christophorus-Kliniken in Dülmen, arbeitet mit den Patienten präoperative Ängste auf. Sie können beispielsweise vor der Anästhesie das Gefühl des Ausgeliefertseins oder Zweifel an deren Wirksamkeit auslösen. Auch Ängste können bestehen, unter anderem vor der Wach-OP, der Intensität von Schmerzen, Fehlplatzierung der Elektroden oder Komplikationen nach der OP. Offene Fragen werden abgeklärt und Entspannungsverfahren werden vermittelt bzw. reaktiviert. Angstverstärkende Gedanken soll der Patient versuchen, durch Erinnerung an besonders schöne Erlebnisse zu ersetzen. Tägliche Kontakte mit Therapeuten sind in der Vorbereitungsphase sehr hilfreich. Auch Frau Overbeck beantwortete Fragen der Zuhörer ausführlich.

Mehr Information:

→ Dr. Pérez-González: Tiefe Hirnstimulation in Dülmen
(Powerpointpräsentation, 23 Seiten, PDF, 10 MB)

→ Dr. Lehrke: Tiefe Hirnstimulation bei M. Parkinson
(Powerpointpräsentation, 48 Seiten, PDF, 4.4 MB)

→ Dipl.-Psych. Jeannette Overbeck: Präoperative Ängste
(Powerpointpräsentation, 10 Seiten, PDF, 1.1 MB)

 

2018-01-05T15:15:56+00:00 27. Oktober, 2017|Aktuelles, Nachrichten|